HEPTAGONAL gedacht

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Blick über den Tellerrand ;-)

Erstellt von Christa am Sonntag 17. Januar 2010

Salve!

Wird wohl Zeit, dass ich mich wieder einmal melde um bei euch nicht ganz in Vergessenheit zu geraten ;-)

Wie einige von euch ja bereits mitgekriegt haben, hab ich kürzlich mein Buchprojekt auf Eis gelegt und beschlossen, meine letzten Wochen hier noch ausgiebigst zu genießen. Die letzten paar Tage hab ich viel erlebt und so hab ich auch wieder einmal ein paar Dinge zu erzählen.

Angefangen hat alles vergangenen Mittwoch als ich mit meiner Freundin Liz einen Girl’s Day am Pool eines Resorts in Sapli verbracht habe. Wir beiden Nixen hatten den Pool ganz für uns allein und haben es sehr genossen, zur Abwechsluchg mal wieder ein bisschen in Süßwasser zu plantschen. Das kann schon was und hat uns beiden richtig gutgetan, einmal ausgiebig zu plaudern und nicht nur in Thung Wua Laen am Beach zu kleben, wo uns nun doch ab und zu schon mal ein wenig die Decke auf den Kopf fällt, so paradiesisch es auch ist.

Donnerstag kam dann der Wind zurück und morgens hat es geregnet, so dass ich erst gar nicht wusste, was ich mit dem scheinbar trübsinnigen Tag überhaupt anfangen sollte. Um trotzdem kurz raus zu kommen, hab ich dann aber beschlossen, wenigstens kurz zur Tankstelle zu fahren, damit ich nicht in Verlegenheit komme, dass mir am Strand der Sprit ausgeht und ich zum Wucher-Minitankautomaten muss, der hier für Notfälle aufgestellt ist. Also rauf auf meine Honda und die paar Kilometer hinter Sapli zur Tanke. Na und weil ich eh schlecht drauf war, der Regen aufgehört hatte und fahren einfach immer gut tut, dachte ich, fährst halt noch ein paar Kilometer Richtung Norden und probierst ein paar Straßen aus, du noch nicht kennst. Und dann bin ich einfach gefahren, und gefahren und gefahren. Zwischendurch musste ich mich kurz unterstellen, weil es natürlich doch noch mal geregnet hat, aber das ging auch nach ein paar Minuten vorüber. Also weiter und weiter und weiter. Ein bisschen kalt war es mir aber in meinem Tank-Top und so dachte ich, ich muss mir unterwegs irgendwo ein T-Shirt kaufen, das über die Schultern geht. Langsamer fahren und weniger Fahrtwind erzeugen war nämlich keine echte Alternative. Hatte dann auch bald das Glück, dass irgendwo auf einer großen Wiese neben der Straße eben ein Markt aufgebaut wurde, wo ich kurzerhand ein Hemd erstanden habe. Sehr witzig übrigens, das war so in der Pampa, dass außer mir natürlich sonst kein keinziger Farang dort war und die Thais mit großen Augen meine Runde auf dem Markt verfolgt haben und scheinbar ganz verwundert und amüsiert darüber waren, dass es mich dorthin verschlagen hatte so ganz allein. Bin dann, ausgestattet mit meinem neuen Hemd und ein paar unbekannten Früchten als Wegzehrung, weitergefahren, hab mir unterwegs noch einen Tempel angeschaut, wo ich zur Renovierung einen Dachziegel gespendet habe und hab ein paar wirklich traumhafte Plätze an der Küste entdeckt, wo es mir vor lauter Schönheit fast die Sprache verschlagen hat. Und dann plötzlich ein Wegweiser mit der Aufschrift “Sanddune 2 km”. Da blieb mir dann wirklich die Spucke weg. Hatte davor nämlich mal überlegt, mir die Sanddünen anzuschauen, nach einem Blick auf die Karte aber entschieden, dass mir das zu weit für einen Bike-Ausflug ist (ca 70-80 km entfernt von TWL), zumal man die meisten Sehenswürdigkeiten im Endeffekt dann meistens eh nicht findet, weil das nach Thai-Style oft ziemlich schlecht beschildert ist oder dann gerade die letzten entscheidenden Wegweiser fehlen. Tja. Und dann bin ich plötzlich da gelandet, obwohl ich eigentlich doch nur kurz zur Tankstelle wollte. Mir war gar nicht bewusst, wie weit ich gefahren war! Die Dünen hab ich mir dann also noch angeschaut. Wunderschön und kilometerlang und ein fabelhafter Strand dazu. Und: außer mir keine Menschenseele dort. Unglaublich schön. Zurück ging es dann auf direktem Weg und ich bin mit zwar schmerzendem Hinterteil von der langen Fahrt wieder gut in TWL angekommen.

Am nächsten Tag, Freitag, war es dann soweit, dass meine ersten sechzig Tage in Thailand rum waren und ich zum Visa-Run nach Myanmar musste. Also mit dem Motorbike nach Chumphon, mich dort um ca. 13.00 Uhr in den Minibus gesetzt, bis kurz vor Ranong gefahren, Ausreisestempel in den Pass, mit der Fähre auf die Insel rüber zum Andamanclub, Schokolade und Zigaretten im Duty-free eingekauft, ein birmesisches Bier getrunken und einen Cheeseburger verspeist, Myanmar-Stempel in den Pass, zurück mit der Fähre nach Thailand, Einreisestempel, Minibus, Chumphon und mit dem Bike wieder nach Hause. Ziemlich dumm eigentlich, dass ich jetzt nochmal sechzig Tage bleiben dürfte und davon nur noch etwa zwei Wochen in Anspruch nehme. Das ist doch kein effizienter Umgang mit einem Visum, oder??? Na ja. An den Rückflug in den bitterkalten Winter denke ich aber lieber eh noch nicht zuviel, das wäre dann ja auch kein effizienter Umgang mit der sowieso nur allzu schnell verfliegenden Zeit…

Gestern Samstag auf heute hab ich dann mit Freunden zur Abwechslung in einer wunderschönen, einsamen Bungalow-Anlage an dem noch einsameren Coral-Beach (ca 30 km nördlich) übernachtet. Haben abends schön gegrillt und einen sehr gemütlichen Abend verbracht. Musste dann zwar mitten in der Nacht noch umziehen, weil in meinem Bungalow plötzlich Abermillionen von Ameisen waren, so dass der ganze Boden schwarz davon war und die Biester auch zu mir ins Bett kamen, aber aber alles weitere verlief völlig ohne Zwischenfälle, hab super geschlafen, bin morgens mit direktem Blick aufs Meer aufgewacht und hab dann noch ein bisschen Zeit in dem großen Bambus-Schaukelstuhl auf meiner Veranda verbracht, bevor ich nach einer Tasse Kaffee wieder zurückgefahren bin.

Und weil mir das alles noch nicht genug ist, pack ich morgen meinen kleinen Rucksack und fahre über Bangkok für ein paar Tage in den Norden nach Chiang Mai. Das geht nun allerdings wirklich nicht mit meinem Roller, für diese Strecke (ca. 1200 km) reicht da wohl die Zeit sonst nicht ganz aus ;-). Ich fahre mit Bekannten im Auto bis Bangkok und werde dann entweder den Nachtzug nach Chiang Mai nehmen oder kurzfristig einen günstigen Flug bei Airasia buchen, falls ich kein Zugticket mehr kriege, was in Thailand nie ganz ausgeschlossen ist. Spätestens nächstes Wochenende bin ich aber wieder zurück in Thung Wua Laen, wo ich natürlich meine letzte Woche noch verbringen werde und am Abend vor meinem Abschied wird es hier auch noch eine große Party geben. Zwei oder drei Leute haben nämlich Geburtstag, Pip und Pak feiern ihren Hochzeitstag, ein anderes Pärchen hat Jahrestag und naja, ich eben meinen Abschied. Also viele Gründe zum Feiern. Keine Frage, dass ich da dabei sein will…

Bis bald
und herzliche Grüße aus Thung Wua Laen

Christa

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