Salve!
Nach meinem vielschichtigen Trip in den Norden nach Chiang Mai bin ich gestern Abend wieder wohlbehalten in Thung Wua Laen angekommen und will euch natürlich meine Erlebnisse und Eindrücke nicht vorenthalten.
Ursprünglich war ja geplant gewesen, die erste Etappe nach Bangkok mit Bekannten im Auto zu bewerkstelligen, aber weil das Leben in Thailand von seiner Spontanität niemanden ausschließt, hat sich diese Mitfahrgelegenheit genauso schnell wieder verflüchtigt, wie sie sich aufgetan hatte und so hab ich am Montagmorgen das Sammeltaxi nach Chumphon genommen und mir von dort mittags ein Busticket nach Bangkok genommen. Für gerade mal 400,- BT (ca. 8 EUR) bin ich also in einem VIP-Bus mit breiten Liegesitzen die etwa 500 km bis zur Hauptstadt gereist. Und das ist noch nicht alles. In dem Stockbus saß ich oben fußfrei in der ersten Reihe und hatte so die ganze Fahrt die Möglichkeit ohne Verrenkungen den vollen Überblick auf die Landschaft zu genießen. Thailand ist sooo schön! Im Preis inkludiert war dann sogar noch ein kleines Lunchpaket und nach etwa drei Stunden Fahrt das Essen an einer Raststation, wo wir schon gedeckte Tische auf uns warteten, auf denen wir Schüsseln mit vier oder fünf verschiedenen leckeren Thai-Gerichten vorfanden, von denen wir uns nach Lust, Laune und Hunger frei bedienen konnten. Kaum zu glauben.
Etwa gegen 19.00 Uhr bin ich dann am südlichen Busterminal in BKK angekommen. Das liegt etwas außerhalb der Stadt und da ich diesmal natürlich ohne Karte und Reiseführer hergekommen bin, wusste ich erstmal gar nicht, wo ich eigentlich bin. Zum Glück hab ich dann doch noch einen anderen Farang entdeckt, den ich gleich mit meinen Fragen überfallen konnte und der so freundlich war, meiner Orientierung ein bisschen auf die Sprünge zu helfen. Selbstverständlich haben wir die Gelegenheit dann noch genutzt, uns ein Singha zu teilen, somit die Wartezeit bis zu seiner Abfahrt zu verkürzen und meinem Ankunftsstress (nach dem ruhigen Strandleben) ein wenig den Wind aus den Segeln zu nehmen. Kurz vor neun hab ich dann von dort aus doch ein Taxi in die Stadt rein genommen und hab in meinem bereits bewährten Guesthouse in der Nähe der Khao San für eine Nacht eingecheckt.
Da ich dieses Jahr ja noch nicht in Bangkok war, musste ich natürlich gleich nochmal zu einem kleinen Rundgang in die Khao San-Umgebung aufbrechen und nach ein paar Minuten plötzlich eine riesengroße Überraschung: Da steht doch glatt jemand vor mir, den ich vor einem Jahr in Bangkok kennengelernt und an den ich mich kurz davor erinnert hatte! Um den “Zufall” noch zu toppen, sind wir uns sogar genau an der Ecke wieder begegnet, an der wir uns letzten Februar verabschiedet hatten. Unglaublich. Natürlich gab es dann bei einem gemeinsamen Abendessen in unserem “Stammrestaurant” viel zu erzählen und die halbe Nacht verging dadurch wie im Flug. Also bis zum nächsten Mal irgendwann und irgendwo in Bangkok
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Nach nur ein paar wenigen Stunden Schlaf bin ich dann am Dienstag morgens mit dem Bus zum Airport gefahren. Da die Zugfahrt nach Chiang Mai von BKK aus an die 13 Stunden gedauert hätte, hab ich mich dann doch entschlossen, diese Strecke lieber durch einen günstigen Flug mit Air Asia zu überwinden und war am frühen Nachmittag schon in Chaing Mai, wo ich das erstbeste Guesthouse für die kommenden zwei Nächte bezogen habe. Der erste Eindruck von Chiang Mai war ein Schock. Soviele Touris überall und alles schon sehr westlich. Als ich dann aber doch im “Black Canyon Coffee” bei meinem Ice-Cappucino saß, hab ich mich gerade mit diesen Eigenschaften der Stadt sehr schnell doch angefreundet
. Ich hab die zwei Tage dort fast nur Kaffee getrunken, das hab ich nach all dem Nescafé im Süden einfach gebraucht. Danach erstmal ein Nickerchen und etwas Schlaf nachholen und dann bin ich los um die Stadt zu erkunden. Chiang Mai ist die zweitgrößte Stadt Thailands und wirklich sehr, sehr schön. Alles ist dort ein bisschen kultivierter als sonstwo und auch sehr hübsch und liebevoll gestaltet. Es gibt auch viele Blumen an den Straßen und Plätzen. Als Österreicherin besonders und auch nach dem langen Aufenthalt im Süden hab ich (auch abgesehen von Black Canyon Coffee, Starbucks, Segafredo, etc.) die vielen gemütlichen Cafés und Restaurants, die in Chiang Mai nicht nur mit billigen Plastikmöbeln, sondern mit diesen schönen thailändischen Holzmöbeln bestückt sind, sehr geschätzt. Abends musste ich natürlich schauen, wie sich in den vergangenen neun Jahren seit meinem letzten Besuch in Chiang Mai der berühmte Nachtmarkt entwickelt hat und war einfach überwältigt. Abertausende wunderschöne Dinge kann man da bestaunen, kaufen und darum feilschen. Hab nur noch von einem großen Container geträumt, soviel hätte ich gerne mitgenommen, musste aber leider an die beschränkten Kapazitäten meines kleinen Rucksacks denken… Dann hab ich noch allerhand Köstlichkeiten ausprobiert und war wieder ganz begeistert von der Vielfalt der nordthailändischen Küche, die sich zum Teil doch sehr von dem Angebot im Süden unterscheidet und meinem Gaumen eine willkommene Abwechslung geboten haben. Der Nachtmarkt ist inzwischen so riesig geworden, dass ich mich - was mir sonst so gut wie nie passiert - sogar verlaufen habe und zurück ins Zentrum ein Tuk-tuk nehmen musste, weil ich nicht mal mehr die ungefähre Richtung ausmachen konnte. Ääähhhmmm.
Der nächste Tag, Mittwoch, stand dann unter dem Motto des eigentlichen Motivs für das Abenteuer meines Ausflug in den Norden (Achtung, jetzt lasse ich die Katze aus dem Sack!): Um 14.00 Uhr hatte ich einen Termin für ein Vorstellungsgespräch und hab mich zum Airport Business Park aufgemacht um das dort ansässige Unternehmen und meine potenziellen Möglichkeiten darin in Augenschein zu nehmen. Es war ein sehr angenehmer Termin, alles tiptop, freundlich, ansprechend und verlockend. Eine tolle Möglichkeit, sich einen mindestens einjährigen Thailand-Aufenthalt (ganz legal mit Arbeitsvisum und -erlaubnis) zu finanzieren und damit auch noch im Lebenslauf zu punkten… Die entgültige Entscheidung bzw Vereinbarung wäre dann für den nächsten Tag geplant gewesen und aufgrund des wirklich angenehmen Gesprächs und weil ich alle erforderlichen Voraussetzungen und Qualifikationen mitbringe, nehme ich an, dass ich den Job tatsächlich gekriegt hätte. Aber irgendwie, na ja, irgendwie kam dann plötzlich unendliche Traurigkeit in mir hoch und ich hab am nächsten Morgen abgesagt und mitgeteilt, dass ich mich nicht weiter um eine Anstellung bemühen werde. Ich glaube, dass vorerst dennoch das Abenteuer Österreich für mich vorrangig ist und hatte bis dahin aber gar nicht gewusst, wie sehr ich trotz aller Schwierigkeiten an der kalten, rauhen Alpenrepublik hänge. Was für eine schwere und auch schmerzhafte Geburt für meine Seele! Ihr könnt euch also auf meine planmäßige Rückkehr am 1. Februar einstellen und ich hoffe auf freudigen Empfang, wenn die verlorene Tochter in die Heimat zurück kehrt
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Den Donnerstag habe ich dann großteils im Shoppingcenter verbracht. Da ich ja mittags auschecken und somit die ganze Zeit mein Zeug herumschleppen musste, hatte ich auf weitere Besichtigungen in der Hitze nicht wirklich Lust und wollte auch noch ein bisschen “Beute machen” und die Gelegenheit nutzen, ein paar Dinge einzukaufen, die es in Chumphon einfach nicht gibt. Abends bin ich dann wieder zurück geflogen und bin gegen Mitternacht in Bangkok angekommen, wo ich zwei Stunden später todmüde in mein Bettchen im Kaisri Guesthouse gefallen bin.
Nach nur knapp vier Stunden Schlaf bin ich auch schon wieder aufgestanden, weil ich unbedingt den Morgenzug nach Chumphon erreichen wollte um dann doch sobald wie möglich wieder in Thung Wua Laen zu sein. Ja, was soll ich sagen, ich war um viertel vor sieben am Bahnhof und als ich mein Ticket kaufen wollte, hieß es: “full” und dass es erst wieder einen freien Platz im 13.00 Uhr-Zug gäbe. Ich war knapp am Losheulen und kurz vorm Amoklauf! Aber dann hab ich mich doch meinem Schicksal ergeben, bin zum Fluss gegangen, hab einen Kaffee getrunken und letzten Endes einen sehr guten Vormittag verbracht. Erst hatte ich gedacht, ich würde dadurch Zeit verlieren, aber als ich dann ein bisschen vor mich hinsinnierte, kam ich zu dem Schluss, dass Wartezeit auch ein Gewinn sein kann und dass auch das Zeit ist, die man für vieles nutzen kann. Wie ein Fenster für unerwartete Möglichkeiten und Raum um sich Dingen und Gedanken zu öffnen, die sich nur dann ergeben können, wenn man eben nicht in dem durchgeplanten Zeitfluss festklebt. So ist mir allerhand Spannendes durch den Kopf gegangen und ich habe auch ein, zwei interessante Zufallsbekanntschaften gemacht, die weitere Impulse für mich brachten.
Als ich dann nachmittags endlich doch im Zug saß, habe ich auch noch ein sehr nettes Paar aus Deutschland kennen gelernt, mit dem ich so gute Gespräche hatte, dass selbst diese acht Stunden Fahrt nur so verflogen sind und wir wirklich überrascht waren, als wir kurz vor Chumphon zum ersten Mal auf die Uhr gesehen haben.
Gegen zehn Uhr abends bin ich dann wieder in Thung Wua Laen angekommen, kurz unter die Dusche gehüpft und dann natürlich noch schnell zu Funkys gefahren, wo meine Freunde schon sehr gespannt auf meine Neuigkeiten waren und wissen wollten, ob ich den Job in Chiang Mai antreten werde. Auch, wenn ich letztlich beschlossen habe, auf diese Erfahrung zu verzichten, bin ich doch froh, dass ich diesen Ausflug gemacht und genutzt habe um einiges für mich herauszufinden.
Und nun freue ich mich einfach über meine letzte Woche in Thung Wua Laen…
Herzliche Grüße,
Christa Aventura
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